Angedacht

Andacht zum Monatsspruch

„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ 1. Korinther 15,42

Undenkbar! Ein Virus legt binnen Wochen die ganze Welt lahm. Staaten im Krisenmodus, ganze Wirtschaftssysteme vor dem Kollaps, das öffentliche Leben kommt zum Erliegen, die persönliche Freiheit von Milliarden von Menschen ist erheblich eingeschränkt.  In den Kliniken weltweit kämpfen die Mediziner und Pflegekräfte um das Leben von Patienten. Wer es bisher noch nicht glauben wollte und konnte, erlebt es hautnah jetzt - das Leben ist begrenzt.
Mitten in diesen Zeiten feiern wir bald Ostern. Das größte Fest der Kirchen und gleichzeitig das größte Geheimnis unseres Glaubens.
Unglaublich! Von Anfang an fiel es den Jüngern schwer zu glauben: mit dem Tod ist nicht alles aus. Der Herr ist auferstanden! Davon erzählen die  Auferstehungsgeschichten im Neuen Testament allesamt. Und sie beschreiben sehr bildhaft und unterschiedlich das Unfassbare. Der Apostel Paulus fasst es kurz und knapp für seine Gemeinde in Korinth zusammen: „gesät verweslich, auferstehen unverweslich!“ Die Christen in Korinth verstanden Auferstehung als etwas, was nur den Geist betrifft, nicht aber ihren Körper.
Sie sahen sich bereits als „auferstanden“ an. Dagegen hält Paulus ein Bild aus der Natur. Alles, was auf dieser Erde existiert, wird wieder vergehen. Auch unser Körper. Doch etwas Neues, Schöneres, das nicht nur die Seele sondern auch den Körper umfasst, wird „auferstehen“ unverweslich, in „Herrlichkeit“, wie Paulus es auch nennt!
Ich gestehe, dass ich mir über das Wie der Auferstehung wenig Gedanken mache. Aber an dem Dass der Auferstehung halte ich mich fest, gerade in Zeiten, wo uns vor Augen steht, wie gefährdet das Leben in all seinen Formen ist. Das gibt mir Hoffnung und Perspektive.
Ich wünsche Ihnen/Dir ein gesegnetes und frohmachendes Osterfest.
Gott behüte uns und bewahre uns!

Herzlichst,  Holger Sieweck