Angedacht

Monatsspruch Februar 2021
"Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind!" Lukas 10,20

430/1966 – das ist die Nummer, unter der mich das Standesamt Leipzig seit meiner Geburt führt. Natürlich ist dort auch mein Name vermerkt. In unserem „Buch der Familie“ sind sie alle abheftet, die Dokumente, die unsere Existenz belegen.
Ich will gar nicht wissen, in wie vielen Büchern und mittlerweile digitalen Dateien mein Name eingetragen und gespeichert ist. Schon gar nicht, was alles noch über mich an Informationen gesammelt wird.
Und doch hat es auch etwas, z.B. die Namen der Familie zurückzuverfolgen, den Blick in alte Kirchenbücher zu werfen, die lange Zeit als einzige schriftliche Quelle Auskunft über eine Person gaben. Wir haben eine Geschichte, die vor uns begann mit unseren Eltern, Großeltern… und die sich fortsetzt mit unseren Kindern, Enkeln…
Als Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern von den Namen im Himmel erzählt, hielt sich der Informationsdurst von Institutionen und Behörden über ihre Bürger noch in Grenzen. Da gab es nur wenige, über die schriftliche Unterlagen angefertigt wurden, geschweige denn Historiker berichteten.
Im Alten Testament wird im Buch Daniel von den Büchern und Namen im Himmel erzählt. Der Prophet hat einen merkwürdigen Traum. Ein prunkvoller Tron wird aufgestellt, auf dem ein uralter Mann mit dichtem langem Haar in einem weißen Kleid Platz nimmt. Davor drängen sich tausende von Menschen. Dem alten Mann, Gott Vater, werden die Bücher von den Dienern gereicht und das Gericht gehalten. (Daniel 7, 9-12)
Johannes, der Seher, greift das in seiner Offenbarung noch einmal auf.
Die gleiche Szene: der Tron, viele Menschen davor, die Bücher aufgeschlagen. Gericht wird gesprochen über das, was dort geschrieben steht. Dann wird ein anderes Buch, das Buch des Lebens, aufgetan. Wer darin steht, ist gerettet. Der ist und bleibt bei Gott. (Offenbarung 20,11-15)
Von alledem erzählt Jesus seinen Freunden nicht. Er betont ausschließlich die Freude darüber, dass wir bei Gott einen Namen haben. Jesus spricht nicht von „vielleicht“, „wahrscheinlich“ , „ganz sicher“ oder auch „nicht“. Jesus sagt es zu dem kleinen Kreis der 12 Jünger, einen Judas mit eingeschlossen, und zu dem größeren Kreis seiner Anhänger. Freut euch, Gott kennt euch, ihr seid von ihm geliebt!
Wir alle, dessen bin ich mir sicher, stehen im Buch der großen Familie Gottes von Anfang an. Vor ihm sind wir nicht anonym und nur eine Zahl, sondern mit unserem Namen und unserer Lebensschichte ganz und gar bekannt. Und noch Eines ist wichtig: Von Tod und gestrichen werden ist im Buch des Lebens keine Spur.
Holger Sieweck